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Mittwoch, 10.Februar 2010 21:30
Umwandlungssatz: Ein Ja für die Jungen

VON: MARKUS BÜHRER



In einem Interview mit der Schaffhauser AZ behauptet Nationalrat Hans-Jürg Fehr, die Jungen von heute würden unter einem Ja zur Anpassung des Umwandlungssatzes leiden. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade für junge Erwerbstätige ist ein Ja am 7. März ein Muss, damit auch in Zukunft faire Renten ausbezahlt werden können. Dafür setzt sich das Schaffhauser Jugendkomitee ein.




Es ist unbestritten: Wir leben immer länger. Unser Kapital, das wir als Erwerbstätige sparen, muss deshalb auf mehr Jahre aufgeteilt werden, in denen wir als Pensionierte unsere Rente beziehen.
Hans-Jürg Fehr behauptet, dieser Tatsache sei bereits Rechnung getragen worden. Betrachten wir das einmal genauer: Zwischen 1985, als die obligatorische berufliche Vorsorge eingeführt wurde, und 2008, stieg die Lebenserwartung für Frauen im Pensionsalter um 13%, diejenige der Männer sogar um 23%. Das gleiche Kapital muss also länger reichen. In der gleichen Zeit wurde der Umwandlungssatz um gerade mal 2.5% angepasst. Man braucht kein Mathematiker zu sein, um zu merken: Diese Rechnung geht nicht auf.

Dazu kommt, dass die Renditen sinken. Wir merken das auf unserem Bankkonto: Wir bekommen heute bei weitem nicht mehr die Zinsen, die noch vor 20 Jahren üblich waren. Linke und Gewerkschaften beharren aber stur auf der unrealistischen Erwartung, dass die Pensionskassen auch heute noch gleich viel Rendite erwirtschaften müssen. Damit werden die Kassen gezwungen, hohe Risiken einzugehen. Mit unserer Altersvorsorge soll aber kein Roulette gespielt werden: Seriöse Anlagen sind gefordert!

Junge werden zur Kassen gebeten

Der Umwandlungssatz muss also angepasst werden. Wird das nicht gemacht, so bekommen die Pensionskassen Probleme: Es muss mehr Geld ausbezahlt werden, als vorhanden ist. Dadurch entstehen Rentenlöcher in unseren Pensionskassen. Das Geld, das zu viel an Renten ausbezahlt wird, muss von den Erwerbstätigen aufgebracht werden, um diese Löcher zu stopfen. Wird der Umwandlungssatz nicht gesenkt, werden also die Jungen, die Erwerbstätigen übermässig zur Kasse gebeten.

Die Behauptung von Hans-Jürg Fehr, nur die Versicherungen seien an einem Ja am 7. März interessiert, ist nicht wahr. Im Gegenteil: Der Schweizerische Gewerbeverband, die Kammer der Pensionskassenexperten, Pro Senectute, der Schweizerische Pensionskassenverband, GastroSuisse und der Schweizerische Bauernverband sind nur einige der zahlreichen Organisationen mit unterschiedlichsten Interessen, die sich für ein Ja aussprechen. Dazu kommt der Grossteil der Parteien.

Pensionskassen nicht runieren

Gegen faire Renten stellen sich nur gerade die Linksparteien und die Gewerkschaften. Vordergründig sprechen sie von Rentenklau. Eigentlich geht es ihnen aber um etwas viel Grundsätzlicheres: Die Pensionskassen sind ihnen ein Dorn im Auge, da darin jeder sein eigenes Kapital anspart. So begründet denn auch die Linkspartei PdA ihre Ablehnung: „Wird der Umwandlungssatz nicht gesenkt, kommen die Pensionskassen schneller in unlösbare Probleme und ihre Abschaffung wird möglich.“ Ähnlich argumentiert die Unia: Auch ihr sind unsere Pensionskassen nicht „sozial“ genug.

Der angebliche Rentenklau findet also nicht statt. Viel eher treiben Linke und Gewerkschaften unsere Pensionskassen mit voller Absicht in den Ruin. Wer dies verhindern und auch für die Zukunft faire Renten sichern will, stimmt deshalb Ja am 7. März!



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