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Montag, 30.August 2010 13:30
Nein zur Pädagogischen Hochschule!

VON: FLORIAN HOTZ



Für die Jungfreisinnigen des Kantons Schaffhausen ist klar: Das Volks-Nein zur Hochschulinitiative ist auch ein Nein zur Pädagogischen Hochschule. Die Jungfreisinnigen werden deshalb im Parlament einen entsprechenden Vorstoss einreichen.




Wir Schaffhauser haben die grosskotzige "Hochschulinitiative" bachab geschickt. Uns widerstreben Bildungspaläste, in denen Bürokraten und Theoretiker abgehoben ihr Gärtlein pflegen. Uns liegt dagegen viel an einer exzellenten Volksschule, in der unsere Kinder lernen, Verantwortung in Wirtschaft und Gesellschaft zu übernehmen. Wir wollen eine hervorragende Berufsbildung, die als Grundlage unseres Wohlstandes berufspraktische Kompetenzen vermittelt und eine Kanti, von der die Uni-Professoren sagen: "Das ist die härteste und beste Mittelschule der Schweiz." Als kleiner Kanton schwimmen wir nicht im Geld. Wir müssen unsere Mittel gezielt dort einsetzen, wo am meisten zurückkommt. Mit teuren Experimenten schaufeln wir unser eigenes Grab.

 

Die Pädagogische Hochschule ist ein solches Millionengrab. Was haben uns die Schönfärber im Erziehungsdepartement nicht alles versprochen: 200 Studenten, eine stolze Institution, nationale Bedeutung. Was ist daraus geworden? Ein trauriges Beispiel für Misswirtschaft, Flucht vor Wahrheit und Verantwortung unserer kantonalen Politik. Ganze 26 Studentinnen haben letzten Sommer im Rahmen einer kleinen Feier ihr Hochschuldiplom entgegengenommen. Jede frischgebackene Kindergärtnerin, jeder Junglehrer und jede Junglehrerin kostete den Steuerzahler den unverschämten Betrag von fast 150'000 CHF. Auch eine Rumpfhochschule wie die unsrige braucht halt Räume, Professoren, teure Leitungspersonen und eine grosse Administration. Auch wenn keine Studenten nach Schaffhausen kommen, die Kosten sind trotzdem da.

 

Seit Beginn hat der Regierungsrat diese skandalöse Situation tatenlos beobachtet. Er wiederholte gebetsmühlenartig, man befinde sich halt in einer Aufbauphase. Nachdem sich der Erfolg nun aber nach Jahren nicht eingestellt hat, wird die Dreistigkeit der Regierung unerträglich. Anstatt Verantwortung zu übernehmen, Zivilcourage zu zeigen und die Übung guten Gewissens abzubrechen, ruft unsere Exekutive eine weitere Aufbauphase aus. Diejenigen, die verpflichtet wären, unsere Mittel treuhänderisch zu verwalten, werfen dem schlechten Geld gutes hinterher. Sie starten teure Werbekampagnen, um ausserkantonale Studenten nach Schaffhausen zu locken. Sie bauen die Forschung aus, als ob es im Bildungswesen nicht schon genügend Experten und Fachleute geben würde. Sie behaupten wider besseres Wissen, irgendwie käme dann schon alles gut.

 

Dabei wäre alles so einfach. Was wir brauchen in Schaffhausen, ist ein hervorragendes Kompetenzzentrum für Lehrerweiterbildung, keine Möchtegern-Hochschule, die uns jährlich Millionen kostet. Wir brauchen Spielraum für eine gezielte Förderungspolitik von Instituten, die High Tech nach Schaffhausen bringen. Dieses Geld fehlt uns aber wegen der unsinnigen Mini-Universität. Vor allem aber brauchen wir Politiker, die gewillt sind, unangenehme Wahrheiten auszusprechen und entsprechend zu handeln.

 

Die Jungfreisinnigen verlangen im kantonalen Parlament, dass die verschwenderische Pädagogische Hochschule durch ein vernünftiges Weiterbildungszentrum für Lehrerinnen und Lehrer ersetzt wird. Jede Kantonsrätin und jeder Kantonsrat wird die Gelegenheit haben, Verantwortung zu übernehmen und den Willen des Volkes umzusetzen. Denn: Das Nein zur Hochschulinitiative bedeutet auch ein Nein zur Pädagogischen Hochschule!



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